Mockup eines Google Unternehmensprofils mit Bewertungssternen, Öffnungszeiten-Status, Adresse und Leistungs-Tags, zeigt die wichtigsten Elemente eines vollständigen Profils

Google Unternehmensprofil optimieren: Der Leitfaden für Schweizer KMU

Wenn jemand in Zürich „Schreiner in der Nähe“ oder „Treuhänder Kreis 6“ googelt, entscheidet sich in den ersten drei Sekunden, wer den Auftrag bekommt. Nicht auf deiner Website, sondern in einer Box mit drei Kartenergebnissen. Dein Google Unternehmensprofil optimieren ist deshalb für die meisten kleinen Betriebe der Hebel mit dem besten Verhältnis von Aufwand zu Wirkung, noch vor jedem Website-Relaunch.

Dieser Beitrag zeigt dir, welche Stellschrauben 2026 tatsächlich messbar wirken, welche du ignorieren kannst und was speziell in der Schweiz anders läuft als in den deutschen Ratgebern, die du sonst so findest. Alle Zahlen sind mit Quelle und Datum belegt. Wo die Datenlage dünn ist, sage ich es dazu.

Warum lokale Suche 2026 wichtiger geworden ist, nicht unwichtiger

Die grosse Geschichte des letzten Jahres war der Einbruch der Klickraten durch Googles KI-Übersichten. Die Zahlen dazu sind deutlich: Eine SISTRIX-Analyse vom 25. Februar 2026 über mehr als 100 Millionen Keywords zeigt, dass die durchschnittliche Klickrate auf Position 1 in Deutschland von 27 auf 11 Prozent gefallen ist, sobald zusätzlich ein AI Overview ausgespielt wird. Eine unabhängige Ahrefs-Auswertung kommt auf einen Rückgang von 58 Prozent für die erste organische Position.

Das klingt nach schlechten Nachrichten. Für lokale Anbieter ist es das Gegenteil.

Der Grund: KI-Übersichten erscheinen vor allem bei informativen Fragen. Bei einfachen transaktionalen Anfragen wie „Pizzeria München“ zeigt Google laut Whitespark-Daten aus dem zweiten Quartal 2025 nur in rund 15 Prozent der Fälle eine KI-Übersicht. Wer „Wie entkalke ich eine Kaffeemaschine“ sucht, bekommt eine KI-Antwort und klickt nicht mehr. Wer „Kaffeemaschinen Service Zürich Altstetten“ sucht, will jemanden anrufen. Diese Suchanfragen sind stabil geblieben.

Anders gesagt: Der Traffic, der wegbricht, war ohnehin selten der, aus dem Aufträge werden. Der Traffic mit Kaufabsicht ist geblieben. Und genau dort spielt dein Unternehmensprofil die Hauptrolle.

Wie Google lokale Rankings bestimmt

Google nennt die Logik in der eigenen Hilfe. Drei Faktoren bestimmen, welche Betriebe im Kartenbereich auftauchen:

Relevanz. Wie gut ein Unternehmensprofil zu dem passt, wonach gesucht wird. Vollständige und ausführliche Angaben helfen Google, deinen Eintrag den richtigen Suchanfragen zuzuordnen.

Entfernung. Wie weit dein Standort vom Suchenden entfernt ist. Teilt jemand seinen Standort nicht, verwendet Google die Informationen, die es über dessen Aufenthaltsort hat.

Bekanntheit. Wie bekannt ein Unternehmen ist. Google zieht dafür unter anderem heran, wie viele Websites auf dich verweisen und wie viele Rezensionen du hast.

Google verrät nicht, wie stark die drei gewichtet werden. Die beste verfügbare Schätzung liefert die jährliche Whitespark-Studie. Für die Ausgabe 2026 wurden 47 Local-Search-Experten befragt, die 187 Einzelfaktoren bewerten, erstmals inklusive der neuen Kategorie „Sichtbarkeit in KI-Suche“. Die Gewichtung fürs lokale Kartenergebnis verteilt sich demnach so: Signale aus dem Unternehmensprofil rund 32 Prozent, Bewertungssignale rund 20 Prozent, On-Page-SEO rund 19 Prozent. Branchenverzeichnis-Einträge, früher ein grosser Faktor, sind auf 7 Prozent gefallen.

Kreisdiagramm: Gewichtung der Rankingfaktoren fürs lokale Google-Ranking laut Whitespark 2026 – Unternehmensprofil 32 Prozent, Bewertungen 20 Prozent, On-Page-SEO 19 Prozent, Verzeichniseinträge 7 Prozent, übrige Faktoren 22 Prozent
Unternehmensprofil und Bewertungen machen zusammen über die Hälfte der geschätzten Rankinggewichtung aus. Quelle: Whitespark Local Search Ranking Factors 2026.

Zwei Dinge dazu, damit du die Zahlen richtig einordnest. Erstens ist das eine Expertenbefragung, keine Messung im Google-Algorithmus. Zweitens gelten die Gewichte fürs Kartenergebnis. Für normale organische Rankings zählen Website-Inhalte und Links deutlich stärker als im Map Pack. Trotzdem ist die Richtung eindeutig: Profil und Bewertungen zusammen machen über die Hälfte aus.

Die Entfernung kannst du kaum beeinflussen. Bleiben Relevanz und Bekanntheit. Genau darum geht es im Rest dieses Beitrags.

Google Unternehmensprofil optimieren: die Reihenfolge, die funktioniert

Die meisten Betriebe legen ein Profil an, füllen die Hälfte aus und schauen nie wieder hin. Die meisten verlieren ihre Sichtbarkeit im Local Pack nicht wegen schwacher Backlinks, sondern weil ihr Profil unvollständig bleibt. Arbeite die folgenden Punkte in dieser Reihenfolge ab.

1. Profil beanspruchen und verifizieren

Ohne Verifizierung passiert gar nichts. Mit der Bestätigung teilst du Google mit, dass du berechtigt bist, das Unternehmen zu vertreten, und dein Eintrag wird eher in den Suchergebnissen angezeigt.

Häufiger Fall in der Schweiz: Es existiert bereits ein automatisch generiertes Profil, das aus alten Verzeichnisdaten zusammengesetzt wurde, oft mit veralteter Adresse. Such deinen Firmennamen bei Google Maps, bevor du ein neues Profil anlegst. Zwei Profile für denselben Betrieb schaden dir mehr als gar keines.

2. Die Hauptkategorie richtig wählen

Das ist der wichtigste Einzelfaktor überhaupt. Die Whitespark-Studie 2026 identifiziert die primäre Kategorie des Unternehmensprofils als den einflussreichsten Rankingfaktor, während zusätzliche Kategorien unterstützende Relevanzsignale liefern.

Praktisch heisst das: Eine Autowerkstatt, die hauptsächlich Reifen wechselt, gehört unter „Reifenservice“, nicht unter „Autowerkstatt“, wenn dort das Geld verdient wird. Die Hauptkategorie bestimmt, für welche Suchanfragen du überhaupt in Frage kommst. Nebenkategorien ergänzt du für alles Weitere, aber sparsam. Fünfzehn Kategorien machen dich nicht relevanter, sie verwässern das Signal.

Ein Tipp aus der Praxis: Schau dir an, welche Hauptkategorie die drei Betriebe verwenden, die bei deiner wichtigsten Suchanfrage aktuell im Kartenbereich stehen. Das ist die günstigste Marktforschung, die du bekommst.

3. Firmenname exakt so wie im Handelsregister

Die Versuchung ist gross, aus „Müller AG“ ein „Müller AG | Schreinerei Zürich“ zu machen. Lass es. Keyword-Stuffing im Firmennamen führt inzwischen zu Sperrungen gemäss den Richtlinien für Unternehmensprofile. Der kurzfristige Effekt ist real, das Risiko aber auch, und ein gesperrtes Profil zurückzuholen dauert Wochen.

Nimm den Namen, der im Handelsregister steht und der auf deinem Firmenschild steht. Dieselbe Schreibweise überall.

4. NAP-Konsistenz, mit Schweizer Besonderheiten

NAP steht für Name, Adresse, Telefonnummer. Identische Angaben auf allen Plattformen sind das Fundament, auf dem alles andere aufbaut. Schon eine einzige Abweichung bei Adresse oder Telefonnummer in verschiedenen Verzeichnissen fragmentiert deine Unternehmensdaten, und Google verliert Vertrauen in diese Angaben.

Für Schweizer Betriebe gibt es dabei drei typische Stolperfallen:

Telefonformat. Entscheide dich für eine Schreibweise und zieh sie durch. Entweder überall +41 44 123 45 67 oder überall 044 123 45 67. Nicht auf der Website die eine, im Profil die andere Variante. Die internationale Schreibweise ist die sicherere Wahl, weil sie maschinell eindeutig ist.

Strassenbezeichnung. „Bahnhofstrasse 3“ und „Bahnhofstr. 3“ sind für einen Menschen dasselbe, für einen Abgleichalgorithmus nicht zwingend. Schreib es überall aus.

Verzeichnisse, die in der Schweiz zählen. Die deutschen Ratgeber nennen dir Gelbe Seiten und Das Örtliche. Für dich relevant sind local.ch und search.ch. Beide werden von Schweizer Nutzern tatsächlich verwendet und beide sind Datenquellen, aus denen andere Dienste sich bedienen. Dazu kommt Bing Places, hierzu gleich mehr.

5. Öffnungszeiten inklusive Feiertagen

Ein unterschätzter Punkt. Öffnungszeiten sind laut Whitespark 2026 der fünftwichtigste Rankingfaktor fürs Local Pack, ein Befund, der dem widerspricht, wie die meisten Betriebe über ihre Zeiten denken.

Der Grund ist naheliegend: Google will niemanden zu einem geschlossenen Laden schicken. Wer seine Zeiten pflegt, wird bevorzugt ausgespielt, besonders bei Suchanfragen wie „jetzt geöffnet“.

In der Schweiz kommt dazu, dass Feiertage kantonal geregelt sind. Trag Berchtoldstag, Auffahrt, Pfingstmontag und was bei dir sonst gilt als Sonderöffnungszeiten ein. In der Stadt Zürich gehören Sechseläuten und Knabenschiessen dazu. Das kostet dich zwanzig Minuten pro Jahr und verhindert genervte Kunden vor verschlossener Tür.

6. Leistungen, Beschreibung und Attribute vollständig ausfüllen

Jedes Feld im Profil trägt zu einem anderen Teil des Relevanzsignals bei. Bleibt ein Kernfeld leer, sinkt die Vollständigkeitsbewertung und damit die Sichtbarkeit.

Die Wirkung auf Menschen ist ebenfalls belegt, wenn auch mit einer älteren Erhebung: Laut einer Ipsos-Untersuchung im Auftrag von Google aus dem Jahr 2017 sind aktuelle Profile 2,7-mal eher als seriös eingestuft, 70 Prozent eher besucht und 50 Prozent eher gekauft. Ich nenne das Erhebungsjahr bewusst dazu, weil diese Zahlen in Blogbeiträgen oft als brandaktuell verkauft werden. Sie sind fast zehn Jahre alt. Die Richtung stimmt trotzdem.

Trag deine Leistungen einzeln ein, nicht als Textblock. „Parkettschleifen“, „Küchenmontage“, „Reparatur Fenster“ als separate Einträge. Diese Liste wird bei Suchanfragen abgeglichen.

7. Fotos regelmässig nachlegen

Nicht einmal zwanzig Bilder hochladen und fertig, sondern regelmässig ergänzen. Die Aktualität der Fotos zahlt auf Verhaltenssignale ein: Profile, die alle zwei Wochen Bilder ergänzen, schneiden bei Engagement-Kennzahlen rund 30 Prozent besser ab als solche, die nur quartalsweise aktualisieren.

Echte Fotos schlagen Stockmaterial deutlich. Ein Bild vom fertigen Einbau beim Kunden, vom Team, vom Werkstattwagen. Das erkennen sowohl Menschen als auch Googles Bildanalyse.

8. Aktiv bleiben

Der Whitespark-Bericht 2026 formuliert es klar: Aktionen wie Beiträge, Fotos, Klicks, Anrufe, Routenanfragen und regelmässige Bewertungsaktivität gewinnen an Einfluss. Lokale Algorithmen belohnen Betriebe, die lebendig wirken, nicht solche, die ein Profil einrichten und dann vergessen. Unternehmen mit wöchentlichen Beiträgen und aktueller Galerie erreichen laut Auswertungen bis zu 25 Prozent bessere Sichtbarkeit im Local Pack.

Ein Beitrag pro Woche ist für die meisten Betriebe zu viel. Einer alle zwei Wochen ist realistisch und besser als drei im Januar und dann Funkstille.

Bewertungen: der zweitgrösste Hebel

Bewertungssignale sind von 16 Prozent im Jahr 2023 auf rund 20 Prozent 2026 gestiegen. Und die Ansprüche der Nutzer ziehen deutlich an. Die aktuellen Zahlen aus der BrightLocal-Befragung:

  • 97 Prozent lesen Online-Bewertungen zu lokalen Betrieben, 41 Prozent tun das nach eigener Aussage immer, gegenüber 29 Prozent im Vorjahr.
  • 47 Prozent nutzen einen Betrieb mit weniger als 20 Bewertungen gar nicht erst.
  • 31 Prozent wählen nur Anbieter ab 4,5 Sternen.
  • 74 Prozent suchen gezielt nach Bewertungen aus den letzten drei Monaten.
  • 80 Prozent bevorzugen Betriebe, die auf alle Bewertungen antworten.

Wichtige Einordnung: Die Erhebung basiert auf 1’002 erwachsenen Befragten in den USA. Auf die Schweiz lässt sich das nicht eins zu eins übertragen. Schweizer bewerten erfahrungsgemäss zurückhaltender, was bedeutet, dass die absoluten Bewertungszahlen hier tiefer liegen. Die Verhaltensrichtung ist aber plausibel und deckt sich mit dem, was ich in Google-Search-Console-Daten von Schweizer Betrieben sehe.

Zwei praktische Konsequenzen:

Frag aktiv nach. Der Moment direkt nach einem erfolgreich abgeschlossenen Auftrag ist der einzige, in dem Kunden wirklich bereit sind. Zwei Wochen später nicht mehr. Ein kurzer Link per SMS oder auf der Rechnung reicht.

Kauf keine Bewertungen und biete keine Rabatte dafür. Das verstösst gegen Googles Richtlinien und kann dein Profil kosten. In der Schweiz kommt das lauterkeitsrechtliche Risiko dazu, wenn gefälschte Bewertungen als echt dargestellt werden. Der kurzfristige Gewinn steht in keinem Verhältnis.

Antworte auf alles. Auch auf die schlechten. Besonders auf die schlechten. Eine sachliche Antwort auf eine 2-Sterne-Bewertung überzeugt Mitleser oft mehr als zehn Fünfsterner ohne Text.

Was auf deiner Website passieren muss

Das Profil allein reicht nicht. Deine Website sendet lokale Relevanzsignale, die Google für das organische Ranking und als sekundäres Signal fürs Local Pack auswertet.

Lokale Keywords in Titel und H1. Leistung plus Ort. „Schreinerei Zürich Wiedikon“ statt „Willkommen bei uns“.

Eigene Seite pro Leistung. Eine Seite, auf der alle acht Dienstleistungen in je zwei Sätzen stehen, rankt für keine davon. Acht Seiten mit je 600 bis 900 Wörtern ranken für acht Suchanfragen.

Hyperlokal denken. In einer Stadt wie Zürich sind Quartiersbegriffe oft leichter zu gewinnen als der Stadtname. „Maler Seefeld“ hat weniger Suchvolumen als „Maler Zürich“, aber auch deutlich weniger Wettbewerb, und die Suchabsicht ist präziser.

Strukturierte Daten sauber setzen. Pflichtfelder im LocalBusiness-Schema sind Name, Adresse, Telefon, URL, Öffnungszeiten, Koordinaten, Kategorie und Logo.

Zum letzten Punkt gibt es allerdings einen Befund, den fast niemand erwähnt und der dein Vorgehen ändern sollte. Eine Ahrefs-Untersuchung von 1’885 Seiten aus dem Mai 2026 zeigt, dass Seiten, die neu Schema-Markup ergänzen, keine messbare Zunahme an KI-Zitierungen sehen. Schema ist Korrelation, kein Hebel. Dazu kommt: ChatGPT, Claude und Perplexity lesen beim direkten Aufruf einer Seite kein JSON-LD, sie sehen ausschliesslich sichtbares HTML.

Die praktische Konsequenz: Alles, was Maschinen über dich wissen sollen, gehört doppelt auf die Seite. Einmal im Markup für Google, einmal als lesbarer Text im sichtbaren Bereich. Adresse, Öffnungszeiten, Einzugsgebiet, Preise. Wenn deine Öffnungszeiten nur im Schema stehen und im Footer als Grafik, sind sie für die halbe KI-Welt unsichtbar.

Der neue Faktor: Sichtbarkeit in KI-Antworten

Das ist die Verschiebung, die 2026 wirklich neu ist. In der Whitespark-Umfrage tauchte KI-Sichtbarkeit erstmals als eigene Kategorie auf. Der Auslöser: Der Anteil der Konsumenten, die KI-Werkzeuge für lokale Empfehlungen nutzen, ist von 6 Prozent im Jahr 2025 auf 45 Prozent gestiegen. Damit ist KI der drittwichtigste Entdeckungskanal für lokale Betriebe, hinter Google und Facebook, und hat Yelp und TripAdvisor überholt. Am stärksten ist die Nutzung bei den 30- bis 44-Jährigen mit 64 Prozent.

Balkendiagramm: Anstieg der Nutzung von KI-Werkzeugen für lokale Empfehlungen von 6 Prozent im Jahr 2025 auf 45 Prozent im Jahr 2026
Die Nutzung von KI-Tools für lokale Empfehlungen ist innerhalb eines Jahres stark gestiegen. Quelle: BrightLocal / SOCi Local Visibility Index 2026.

Wichtig zu verstehen: Das ist ein paralleler Kanal, kein Nebeneffekt deines Google-Rankings. Eine SOCi-Auswertung von 2026 zeigt, dass ChatGPT nur 1,2 Prozent der lokalen Standorte empfiehlt, während dieselben Marken zu 35,9 Prozent im Google-3er-Pack sichtbar sind. KI-Systeme sind also rund 30-mal selektiver. Fehlerhafte Adress- und Öffnungszeitangaben werden dort zudem härter bestraft als bei Google.

Was du konkret tun kannst:

Bing Places nicht vergessen. ChatGPT stützt sich bei lokalen Ergebnissen auf Bing-indexierte Webresultate und eine eigene Auswahllogik. Deine Google-Bewertungen sind damit nicht deine vollständige KI-Sichtbarkeitsstrategie. Ein Bing-Places-Eintrag ist in zwanzig Minuten erledigt und wird von fast keinem Schweizer KMU gepflegt.

Präsenz ausserhalb der eigenen Seite aufbauen. Rund 77 Prozent der Zitationsfläche liegt ausserhalb der eigenen Website. Bewertungen, Verzeichnisgenauigkeit und Präsenz auf Drittseiten wiegen schwerer als Feintuning auf der eigenen Seite. Für Schweizer Betriebe: local.ch, search.ch, Branchenverbände, der lokale Gewerbeverein, Handelsregister-Auszug bei Zefix.

Aktualität ernst nehmen. ChatGPT zeigt unter den gemessenen Systemen die stärkste Präferenz für aktuelle Inhalte. Aktualität heisst dabei, dass sich der Inhalt geändert hat, nicht der Zeitstempel.

Die fünf Fehler, die ich am häufigsten sehe

  1. Zwei Profile für denselben Betrieb. Meist ein automatisch generiertes plus ein selbst angelegtes. Beide ranken schlechter, als eines ranken würde.
  2. Servicegebiet zu gross gesetzt. Wer als Elektriker aus Oerlikon „ganze Deutschschweiz“ einträgt, wird nirgends stark. Setz das Gebiet ehrlich.
  3. Kontaktdaten nur als Grafik. Sieht schön aus, ist für Google und für KI-Systeme aber nicht lesbar.
  4. Bewertungen sammeln, aber nicht antworten. Verschenkt das Verhaltenssignal und wirkt auf Mitleser desinteressiert.
  5. Alles einmal einrichten und dann nie wieder anfassen. Der mit Abstand teuerste Fehler, weil Aktivität selbst ein Rankingfaktor ist.

Wie du misst, ob es wirkt

Ohne Messung optimierst du ins Blaue. Drei Quellen reichen:

Leistungsdaten im Unternehmensprofil. Zeigen dir Aufrufe, Anrufe, Routenanfragen und Website-Klicks. Das ist deine wichtigste Kennzahl, weil sie am nächsten am Umsatz liegt.

Google Search Console. Zeigt, für welche Suchanfragen deine Website tatsächlich erscheint. Oft überraschend anders als vermutet.

Ein Kalendereintrag. Klingt banal: Notiere Datum und Art jeder Änderung. Ohne das kannst du in drei Monaten nicht sagen, was gewirkt hat.

Ein Hinweis zur Messung, der 2026 wichtig geworden ist: Klicks allein reichen als Kennzahl nicht mehr. Wenn eine KI-Antwort auf die Frage nach dem besten Anbieter drei Namen nennt, beeinflusst das die Kaufentscheidung, auch ohne Klick. Prüf ab und zu manuell, was ChatGPT und Google auf deine wichtigste lokale Suchanfrage antworten.

Was das realistisch bringt

Damit hier keine falschen Erwartungen entstehen: Ein sauber optimiertes Unternehmensprofil bringt dich nicht automatisch auf Platz eins. Wenn drei etablierte Betriebe in deinem Quartier je 200 Bewertungen haben und du 4, wirst du sie nicht in einem Monat überholen.

Was realistisch passiert: Die Profilarbeit selbst wirkt vergleichsweise schnell, oft innerhalb von zwei bis sechs Wochen sichtbar in den Leistungsdaten. Bewertungsaufbau ist Arbeit über Monate. Organische Rankings für Leistungsseiten brauchen in der Schweiz erfahrungsgemäss sechs bis zwölf Monate, bis sie sich stabilisieren.

Der Grund, warum sich der Aufwand trotzdem lohnt, ist simpel: Fast niemand macht es. Die Hürde ist niedrig, aber sie liegt bei Kontinuität, und daran scheitern die meisten.

Fazit

  • Lokale Suche ist der Bereich, der von KI-Übersichten am wenigsten betroffen ist, weil Google bei transaktionalen Ortssuchen deutlich seltener eine KI-Antwort einblendet.
  • Unternehmensprofil und Bewertungen machen zusammen über die Hälfte der geschätzten Rankinggewichtung im Kartenbereich aus.
  • Die Hauptkategorie ist der wichtigste Einzelfaktor, Öffnungszeiten sind wichtiger als die meisten denken.
  • NAP-Konsistenz ist das Fundament, in der Schweiz besonders bei Telefonformat und local.ch beziehungsweise search.ch.
  • Aktivität ist selbst ein Rankingfaktor: regelmässige Fotos, Beiträge und Bewertungsantworten wirken stärker als eine einmalige Grossaktion.
  • KI-Empfehlungen sind ein eigener Kanal mit eigenen Regeln. Wichtige Informationen gehören als sichtbarer Text auf die Seite, nicht nur ins Schema-Markup.
  • Rechne mit Wochen fürs Profil und Monaten für alles andere.

Häufige Fragen

Kostet ein Google Unternehmensprofil etwas?

Nein. Das Anlegen, Verifizieren und Pflegen ist kostenlos. Kosten entstehen nur, wenn du zusätzlich Google Ads schaltest.

Brauche ich ein Ladenlokal, um im Kartenbereich zu erscheinen?

Nein. Für Dienstleister ohne Laufkundschaft gibt es das Servicegebiet-Profil, bei dem die Adresse verborgen bleibt. Beachte aber: Das Ausblenden der Adresse kann zu Rankingnachteilen führen, weil Google Transparenz bevorzugt. Wenn du Kunden empfängst, zeig die Adresse.

Wie viele Bewertungen brauche ich?

Es gibt keine offizielle Schwelle. Als Orientierung: 47 Prozent der Befragten nutzen einen Betrieb mit weniger als 20 Bewertungen nicht. Zwanzig echte Bewertungen sind für die meisten kleinen Schweizer Betriebe ein realistisches erstes Ziel.

Wie oft soll ich Beiträge veröffentlichen?

Regelmässigkeit schlägt Frequenz. Alle ein bis zwei Wochen ist ein guter Rhythmus, den die meisten Betriebe dauerhaft durchhalten.

Reicht das Unternehmensprofil, oder brauche ich trotzdem eine Website?

Du brauchst beides. Das Profil gewinnt den Kartenbereich, die Website gewinnt die organischen Ergebnisse und liefert den Inhalt, aus dem KI-Systeme zitieren. Lokale organische Rankings gewichten Seiteninhalte und Links deutlich stärker als der Kartenbereich.


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Quellen

  • Google Unternehmensprofil-Hilfe: Ranking in lokalen Suchergebnissen auf Google verbessern. support.google.com/business/answer/7091
  • Whitespark: Local Search Ranking Factors 2026 (47 befragte Experten, 187 bewertete Faktoren). whitespark.ca/local-search-ranking-factors
  • BrightLocal: Local Consumer Review Survey 2026, veröffentlicht 11.02.2026, n = 1’002 erwachsene Befragte in den USA. brightlocal.com/research/local-consumer-review-survey
  • BrightLocal: Half of consumers are asking AI for business recommendations, 2026.
  • SISTRIX: Analyse zu AI Overviews und Klickraten in Deutschland, 25.02.2026, über 100 Millionen Keywords. Zur Analyse
  • Ahrefs: Auswertung zur Klickrate bei AI Overviews, Februar 2026, über 300’000 Keywords
  • Ahrefs: Untersuchung zu Schema-Markup und KI-Zitierungen, Mai 2026, 1’885 Seiten
  • SearchVIU: Untersuchung zur Verarbeitung von JSON-LD durch KI-Systeme, Dezember 2025
  • SOCi: Local Visibility Index 2026
  • Ipsos im Auftrag von Google: Benefits of a complete listing, 2017

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